Archive for the ‘R’ Category

Schüleraustausch

Mittwoch, März 4th, 2009

Ich träume von einer Gesundheitsstation für Aurora und die gesamte Region, damit in Notfällen nicht immer drei Stunden Autofahrt notwendig sind, über eine Hubbelpiste. Auch wenn es inzwischen ja sogar zwei Autos im Dorf gibt. (Efra hat eines und sich in der Hauptstadt sogar eine große Audiobox gekauft für seinen Wagen.) Und ich überlege, was gegen einen Schüleraustausch sprechen würde. So einen, wie ich ihn hatte zum Beispiel, in die USA. Wo ich von meiner Gastfamilie gefragt wurde, ob wir Strom hätten und Supermärkte kennen würden: „Und fließend Wasser?“ Da hatten sich wohl allzu viele Erinnerungen aus dem zerstörten Deutschland, in das der Vater als Soldat eingezogen war, allzu sehr verfestigt. Denkwürdig war auch eine Fahrt durch Philadelphia, bei der mir angesichts der desolaten Siedlungen erklärt wurde, dass käme daher, das Schwarze eben kleinere Gehirne hätten.

Verkettung

Dienstag, März 3rd, 2009

Nati, Donna Manuela und Andrea hatten Alpträume. Bei den Jungs, Efra und Eliseo, scheint alles ruhig gewesen zu sein, zumindest soweit ich es vom schlaflosen Teil meiner Nacht her beurteilen kann. Nati erzählt, dass sie den Film bisher vor allem unter dem Aspekt Angst und Erinnerung angesehen hat. Nach der Vorrede in Rabinal habe sie nun aber vor allem auf die Befehlsketten geachtet. Ob es eine solche wirklich gab? Die direkten Vorgesetzten von Lacan starben überraschend schnell eines natürlichen Todes: Inzwischen gibt es angeblich sogar offizielle Totenscheine, aber auch immer noch den Hinweis, dass einer der beiden leben gesehen wurde. Ob das ganze ein Anschlag auf den Friedensprozess war, eine voreilige Aktion eines Karrieristen, ein „Unfall“?

Rabinal in den 90ern

Sonntag, März 1st, 2009

Rabinal. Wir kommen im selben Hotel an, wie damals vor dreizehn Jahren. Ich kann nur hoffen, dass die Nacht dieses Mal besser wird.
Damals schleppten wir gerade die Rucksäcke in den Innenhof, als ein US-Amerikaner uns begrüßte. Auf die Frage, wer denn wir wohl wären, antworteten wir: „Touristen“. Lautes Lachen. „No one coming here is a tourist, so you probably work for a peace-organization“.
Womit er recht hatte. Fast. Andrea arbeitete bei PBI. Mein ganzer Aufenthalt in Guatemala kam mir im Nachhinein jedoch vor, wie eine Art Massengrab- und Massakertourismus. Und in Rabinal wollten wir zu einer Ausgrabungsstelle. Eine Exhumierung in Sichtweise der Militärgarnison. Auf deren Grund ein nicht kleiner Teil der rund 5.000 Toten vermutet wurde. Außerdem wollten wir Aktivisten besuchen. (mehr …)