Archive for the ‘Donna Manuela’ Category

Sicherheit reichlich absurd

Sonntag, März 8th, 2009

Ich hatte vergessen, dass es in dieser Stadt um diese Uhrzeit nicht allgemein üblich ist, sich außerhalb der eigenen Wände aufzuhalten; und das nicht nur dann, wenn mann oder frau wie Estela arbeitsbedingt mit regelmäßigen Todesdrohungen lebt (sie kam etwas später zur Vorführung und ging ging mit dieser Erklärung etwas früher).
„Andreas fuhr da vorn um die Ecke rum und plötzlich gab es laute Schreie und seither ist er nicht wieder aufgetaucht“. Das erzählte Nati, als wir nach Abbau und letzten Gesprächen aus der Lobby des Hotels gehen. Sie sollte seit mindestens zwanzig Minuten bei Andreas im blauen Jeep sitzen. Zusammen mit Donna Manuela. Die steht jetzt neben ihr.

Jetzt watschel ich also wie ein Pinguin in seiner Gruppe der erwähnten Ecke entgegen. (mehr …)

Reiseentspannung

Freitag, März 6th, 2009

Am Donnerstag also wird der Präsident auf dem Platz vor dem Präsidentenpalast sagen, dass es in Guatemala einen Genozid gegeben hat. So wie es in dem Bericht der Wahrheitskommission steht. Diesen hatte sein Vorgänger damals nicht offiziell annehmen wollen. Die Vorführung unseres Filmes hat nun auch einen Ort. Und eine Zeit. Auch wenn die auf den Einladungen genannte noch mal eine andere ist. Na ja. Schade auch, dass wir es nicht in den Präsidentenpalast geschafft haben. Und nicht ins Nationaltheater. Wir werden in einem noblen Hotel sein. Dort,.wo vor nicht nicht allzu langer Zeit Frau in Tracht abgewiesen wurde. Sie prozessierte und bekam Recht. Nun also holt sich das Hotel die mit dem Grundsatzurteil verbundene hohe Entschädigungszahlung wieder: In dem es seine Räume vermietet; vor allem an solche Veranstalter, die den Staat entsprechend verändern wollen. Oder macht es keinen Sinn, das Ganze so zu sehen?

Wir sitzen in den Räumen von SEPAZ. Um die Versprochenen Schecks abzuholen, das Geld für die Reise unserer BegleiterInnen aus dem Dorf. Als die ausgehändigt sind, entspannen sich die Gesichter. Die Verunsicherung und das einigermaßen absurdes Rennen darum, unsere Rundreise möglichst billig zu gestalten, haben nun also eine Art Ende. (mehr …)