Archive for the ‘Musik’ Category

Klang

Samstag, März 14th, 2009

Drei Männer stehen hinter dem Instrument, einer Marimba. Jeder von ihnen hat einen bestimmten Abschnitt des Instrumentes, einen Ausschnitt aus dem Tonbereich und eine besondere Aufgabe. Ein Mann bringt die tiefen Platten zum Klingen. Er spielt sich immer gleich wiederholende Muster. Diese beiden Platten und dann dann dann diese beiden und dann diese. Und dann wieder von vorne. Keine Variation. Bei den meisten Liedern zumindest. Der Mann, der die kleinsten, die hohen Platten zum klingen bringt – er scheint recht frei zu sein in dem, was er
spielt. Improvisation. Dazwischen steht ein Mann, der gestresst drein sieht. Immer wieder kuckt er auf die freien Bewegungen des Mannes neben ihm. Keine leichte Aufgabe also, den Erkundungen und Ausblicken so zu folgen, zumindest wenn der Zusammenhalt mit der Basis, den tiefen, grundlegenden Tönen nicht verloren gehen soll.
Himmel und Erde. Und das Leben dazwischen. Vielleicht.

Ich frage mich, ob die festgelegten Teile eine ganz spezifisch besondere Bedeutung haben, eingebettet in einen jeweils besonderen Zusammenhang vielleicht. Musik dann als klar verständliche Sprache. (mehr …)

andere Welt

Dienstag, März 3rd, 2009

Porzellantassengeklapper. Dazu Nati: „Immer wieder habe ich Angst, immer wieder, dass wir angeklagt werden, dass wir Schuld sind; selber Schuld sind, dass wir es seien, welche die Soldaten umgebracht haben.“
Wir sitzen im Büro des Direktors der Deutschen Schule. Nati bedankt sich mit einem emotionalen Ausbruch dafür, dass sie hier das Gefühl von Sicherheit hat. Hier in einer Welt, die so fast gar nichts mit der ihren zu tun haben scheint. Sie spricht von ihren Alpträumen und ihrem Gefühl immer wieder in einer Welt aufzuwachen, in der nicht die Täter angeklagt werden, sondern sie und die ihren.

Die Vorführung vorhin war gut. Rund 150 Schüler saßen in dem Raum und erinnern mich an eine Vorführung zu meiner Schulzeit. „Ghandi“. Ein privatmythologisch vielleicht nicht zu unterschätzendes Ereignis.
Andrea arbeitete später bei einer Ghandi-Nachfolge-Organisation. Weswegen sie dann im Krankenhaus sitzt, im San Juan de Dios, neben den Verletzten und weil die Befürchtung besteht, dass sie als potentielle Zeugen des Xáman-Massakers das Krankenhaus nicht überleben könnten. Eine Angst, welche die immer wieder auftauchenden Männer mit den Sonnenbrillen immer wieder neu anfachen.
Wir hatten den Film damals in einem Kino gesehen. Und das Gefühl auf eine Seite gezogen worden zu sein, klar, es war in gewisser Weise eine Manipulation. Aber durchaus eine, die auch unserer Film erreichen soll: Emotionales Miterleben.

Vor mir in der ersten Reihe: Eine Schülerin hält sich immer wieder die Augen zu, schmiegt sich mehr und mehr an ihre Nachbarin an. (mehr …)