Klang

Drei Männer stehen hinter dem Instrument, einer Marimba. Jeder von ihnen hat einen bestimmten Abschnitt des Instrumentes, einen Ausschnitt aus dem Tonbereich und eine besondere Aufgabe. Ein Mann bringt die tiefen Platten zum Klingen. Er spielt sich immer gleich wiederholende Muster. Diese beiden Platten und dann dann dann diese beiden und dann diese. Und dann wieder von vorne. Keine Variation. Bei den meisten Liedern zumindest. Der Mann, der die kleinsten, die hohen Platten zum klingen bringt – er scheint recht frei zu sein in dem, was er
spielt. Improvisation. Dazwischen steht ein Mann, der gestresst drein sieht. Immer wieder kuckt er auf die freien Bewegungen des Mannes neben ihm. Keine leichte Aufgabe also, den Erkundungen und Ausblicken so zu folgen, zumindest wenn der Zusammenhalt mit der Basis, den tiefen, grundlegenden Tönen nicht verloren gehen soll.
Himmel und Erde. Und das Leben dazwischen. Vielleicht.

Ich frage mich, ob die festgelegten Teile eine ganz spezifisch besondere Bedeutung haben, eingebettet in einen jeweils besonderen Zusammenhang vielleicht. Musik dann als klar verständliche Sprache. Die zum Beispiel berichten könnte über die Ernte. Über den grundliegenden Lebensrhythmus, der ihr zugrunde liegt, und was das Jahr jetzt brachte, an Vorgefundenem und Gelebten und den Beziehungen dazwischen. Berichte vom Leben – in einer Form, die es vielleicht erlaubt, die Geister eines jeden und jeder Zuhörenden in das Spiel mit aufzunehmen, emotional einen Zusammenhang stiftend.
„Also die Alten wussten noch, welche Bedeutung die einzelnen Teile ganz genau haben, zum Beispiel der Vater meines Vaters wusste es noch sehr genau. Heute sind es eher Motive die gespielt werden“. Motive, die gespielt werden. Von wem? Oft genug habe ich den Eindruck, ich bin mir meiner eigenen Motive nicht sicher.

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