Staatsakt

Dass es dem Frieden geht, wie es ihm geht, es ist nicht verwunderlich, wenn die Arbeit seines Sekretariats die Grundlage wäre. SEPAZ (Secretariate de Paz) hat jedenfalls bisher noch immer keinen Raum für die Filmvorführung sicher. Selbst Tag und Uhrzeit scheinen je nach Ansprechperson noch variabel. Und das, obwohl die Vorführung immerhin Teil eines offiziellen Programms rund um einen Staatsakt ist: Der heutige Präsident soll als erster öffentlich formulieren, dass es in Guatemala einen Genozid gegeben hat. Bin ich kleinlich, dass ich mir angesichts dieser Dimension ein wenig Sorgen auch um die Qualität unserer Vorführung mache?

Mit Nati zusammen witzeln wir: Wieso gehen sie nicht einfach auf dem großen Platz vor dem Palast, wenn es schon so schwierig ist, in den Palast hineinzukommen?

Für real umsetzbar scheint diese Idee aber niemand zu halten; obwohl es lediglich unsere ausgeliehene Technik und ein langes Stromkabel bräuchte. Doch die ZONE 1, in der die Regierungsgebäude liegen, gilt nachts als eine der unsichersten der Stadt; von den etablierten kommt hier nach Dunkelheit niemand her, parkt niemand sein Auto in der Gegend. Früher war es die Geheimpolizei, vor der man sich in Acht zu nehmen hatte. Heute ist es die allgemeine Kriminalität.

In meinem Kopf hallt die Idee noch einige Zeit weiter. Ein Open Air. Auf einem großen, recht malerischen Platz, mitten in der Stadt. Und würde ein solches Event nicht vielleicht eine kurze Auszeit von den alltäglichen sozialen Kämpfen, vor allem der Gewalt bewirken?

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